Ich bin von hier!


 

Blüten retten Bienen

Es gibt einen glasklaren Zusammenhang zwischen dem aktuell viele Menschen berührenden Thema Bienensterben und den Aktivitäten der regional produzierenden Zierpflanzengärtnereien. Würden die Gärtnereien nicht wie gerade jetzt in den Sommermonaten im Freiland Pflanzen und Schnittblumen mit Abermillionen Blüten produzieren, wäre das Tummelfeld für die besonders gefährdeten Wildbienen noch kleiner. Wobei die Rolle, die Bienen durch ihre Bestäubungsaktivitäten spielen, jüngst eine Penny-Filiale im niedersächsischen Langenhagen in eindrucksvoller Weise belegte. Dort wurden all die Produkte aus den Regalen geräumt, „die es – in der bekannten Form – nicht mehr gäbe, wenn das Insektensterben unvermindert weitergeht“. Der Versuch zeigte: Penny musste rund 60 Prozent aller Produkte entfernen.

Nun werden die Zierpflanzengärtner nicht allein durch ihren Anbau das Bienensterben stoppen, denn dafür ist vor allem die Varroamilbe verantwortlich. Sie wurde in den 1980er Jahren nach Europa eingeschleppt. Was die deutschen Zierpflanzengärtner aber neben ihrem Anbau machen können, ist Aufklärungsarbeit. So hat beispielsweise der Kölner Blumengroßmarkt seinen Kunden ein „Bienenplakat“ für die Geschäfte zur Verfügung gestellt, das saisonal geordnet Blüten auflistet, die den Bienen besonders gut munden. Ein weiteres Beispiel: Auf Initiative der „Gesellschaft zur Förderung des Gartenbaus Baden-Württemberg/Hessen“ wurde mit einer Präsentation auf der Fachmesse Flora-Trend das Thema Insektensterben und die positive Rolle der Zierpflanzengärtner thematisiert.

Einer, der ganz besonders hinter solchen Aufklärungsaktionen steht, ist Burkard Höfler, der seine Produkte an die Kunden des Frankfurter Blumengroßmarktes verkauft. Er ist Verfechter der Regional-Marke „Ich bin von HIER!“ und wird nicht müde, auf die Zusammenhänge hinzuweisen. Wobei es ja nicht nur um Bienen geht. Im Herbst 2017 veröffentlichte der Entomologische Verein Krefeld eine Langzeitstudie. Danach landete 2016 in den Insektenfallen nur noch ein Viertel der Insektenmasse von 1989! Teil dieser „dramatischen Abnahme“ sind unter anderem Schmetterlinge, Mücken, Schwebfliegen, Heuschrecken und natürlich Wildbienen. Auf solche Insekten angewiesen sind Obstbäume, Beeren, viele Gemüsesorten. Nicht jedoch Nutzpflanzen wie Weizen, Reis oder Mais, sie bestäuben sich selbst oder der Wind übernimmt die Funktion. Wäre dies nicht so, käme ein Zitat zum Zuge, das lange Zeit Albert Einstein zugeschrieben wurde: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“


„Burkard Höfler ist Gärtner aus Leidenschaft. Am liebsten mögen er und seine Frau die bunte Vielfalt von Blumen für Beet und Balkon. In Friedberg wachsen in ihren Gewächshäusern die schönsten Farbtupfer für Frankfurt und Umgebung. Jeden Tag kommen sie frisch und auf kurzen Wegen über die Fachgeschäfte der Region zum Verbraucher.
Burkard Höfler: Gärtner von HIER!

Ein Interview mit Herrn Höfler finden Sie in unserer aktuellen Sommerausgabe 2018 vom „Ich bin von HIER! Das Magazin.“

 
 
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