Ich bin von hier!


 

Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte: Neue Regional-Marke: „Ich bin von hier!“

Überregionales Markenkonzept der Blumengroßmärkte exklusiv für den Blumeneinzelhandel

Auf der vor wenigen Tagen abgeschlossenen Leitmesse IPM stellte die Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte (VDB) die neue Regional-Marke „Ich bin von hier!“ erstmal der Öffentlichkeit vor. Zukünftig können deutsche Gartenbaubetriebe ihre über die Blumengroßmärkte Hamburg, Dortmund, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und Reutlingen vertriebenen Produkte mit dem Markenemblem auszeichnen. Auch dem Blumeneinzelhandel wird kostenloses Werbematerial zur Verfügung gestellt, damit die regionale Herkunft gegenüber den Endverbrauchern kommuniziert wird. „Regionalität ist für die Blumengroßmärkte eigentlich nichts Neues, denn die marktnahe Erzeugung war schon immer ein wesentlicher Aspekt. Den wir nun aber stärker kommunizieren wollen. Wir geben der heimischen Produktion ein erkennbares Gesicht, da immer mehr Verbraucher großen Wert auf die regionale Herkunft der Produkte legen“, erläutert Raimund Korbmacher, Vorsitzender der VDB und Geschäftsführer des Blumengroßmarktes Köln.

„Region wird das neue Bio“ – unter diesem Tenor beschrieben im vergangenen Jahr viele meinungsbildende Medien den zunehmenden Verbrauchertrend zu regional erzeugten Produkten. Dabei geht es nicht nur um Lebensmittel, auch bei Gartenbauerzeugnissen ist dieser Trend spürbar. Neben der Frische der Ware spielt bei den Verbrauchern die durch kurze Transportwege garantierte gute Ökobilanz insbesondere der Freilandproduktion eine wesentliche Rolle. „Auch die Produktion nach deutschem Pflanzenschutzrecht und hiesigen Sozialstandards, die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und die Sicherung von Arbeitsplätzen in den traditionell verwurzelten Gärtnereien spielt eine zunehmende Rolle“, erläutert Hans-Georg Biller, Geschäftsführer beim Blumengroßmarkt in Mannheim.

Deutsche Erzeuger, die die Marke „Ich bin von hier!“ führen und entsprechend auszeichnen wollen, verpflichten sich, dass die Blumen und Pflanzen ausschließlich regional erzeugt wurden. Als topographische Eingrenzung gilt ein Radius von 100 Kilometern (in Ausnahmefäller 150 Kilometer) – ausgehend vom jeweiligen Blumengroßmarkt. Somit deckt die neue Regional-Marke der neun traditionellen Blumengroßmärkte die westlichen Bundesländer (mit Ausnahme Bayerns und Teilen Niedersachsens) komplett ab. Es ist damit die erste überregionale Markeneinführung für regionale Gartenbauerzeugnisse und korrespondiert mit lokalen Marken wie „Frischepartner“ in Hamburg oder „Marktpartner“ in Düsseldorf.

Vermarktet werden dürfen die Blumen und Pflanzen von den Erzeugern ausschließlich über die neun Blumengroßmärkte der VDB. „Die Marke „Ich bin von hier!“ ist unseren Kunden, dem inhabergeführten Blumeneinzelhandel vorbehalten“, erläutert Andreas Fagin“, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes in Hamburg diese konzeptionelle Festlegung. Die Marke wird also nicht beim Systemhandel, bei Discountern oder Baumärkten, gehandelt. Regionale Erzeuger, regional orientierte Blumengroßmärkte, regional oder lokal agierender Blumeneinzelhandel und lokal einkaufende Kunden – das ist die alleinige Vermarktungskette. Durch diese Ausschließlichkeit wird „Ich bin von hier!“ zur Marke des inhabergeführten Blumeneinzelhandels. Mit der sich dieser profilieren und gegenüber branchenfremden Mitbewerbern positiv abgrenzen kann, denn Vertrauen in und Qualität von Produkten wird immer deutlicher die Einkaufsentscheidungen der Verbraucher beeinflussen.

Zur Kennzeichnung der regional erzeugten Produkte werden Erzeugern und dem teilnehmenden Blumeneinzelhandel unterschiedliche Möglichkeiten geboten. Die Blumeneinzelhändler werden mit entsprechenden Aufklebern für den Eingangs- oder Thekenbereich ausgestattet. Zur Kennzeichnung von Blumensträußen oder Verpackungen gibt es SK-Etiketten, zur Kennzeichnung schriftlicher Korrespondenz einen Stempel. Thekenaufsteller, Tragetaschen, Klick-Etiketten, Stab- und Stecketiketten in verschiedenen Größen geben dem Blumeneinzelhandel die Möglichkeit, die Produkte an jeder relevanten Stelle des Verkaufsraumes kenntlich zu machen. Eine Infobroschüre fasst die wichtigsten Aspekte als Argumentationshilfe für die Verkäufer zusammen. Die Hintergründe und Entwicklungen der neuen Regional-Marke des Blumeneinzelhandels werden zudem auf der Internet-Seite www.ichbinvonhier.de dargestellt. Auch auf den Blumengroßmärkten wird die Ware von den teilnehmenden Erzeugern kenntlich gemacht. Etwa über Banderolen für Wasserstiegen, bedruckte Kulturtöpfe oder Potcover. Weitere Kommunikationsmittel sind in Planung.

Valentin von Vacano, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes in Stuttgart, spricht von „Glaubwürdigkeit, Ernsthaftigkeit und Langfristigkeit“ als wesentlichen Aspekten bei der Etablierung von „Ich bin von hier!“. Sicher zu Recht, denn nur wer mit seinen Produkten glaubhaft agiert, hat langfristig in den Augen der Endverbraucher ein Chance. Und einen langen Atem, da sind sich die Initiatoren der VDB einig, bedarf es auch – eine überregionale Marke setzt sich sicher nicht von einem Monat zum anderen durch.

Wobei der eigentliche Wert der Marke dem inhabergeführten Blumeneinzelhandel (also Blumenfachgeschäften, Wochenmarkthändlern, Gartencenter, Endverkaufs- und Friedhofsgärtnereien) in Deutschland zugute kommt. Dieser könne „neue Verbraucherschichten gewinnen und bestehenden Stammkunden binden“, meint etwa Peter Rene Hecker vom Blumengroßmarkt in Düsseldorf. „Die stärkere positive Wahrnehmung wird sicher auch die Preisstabilität fördern und gibt dem teilnehmenden Blumeneinzelhandel die Möglichkeit, sich gegenüber Labeln, Zertifizierungen und Siegeln der Mitbewerber aus dem Systemhandel zu positionieren“, führt er weiter aus.

Der Blick auf andere Branchen zeigt eindeutig: Die Verbraucher sind zunehmend bereit, für regional erzeugte Produkte auch faire Preise zu zahlen. Das war auch einhellige Meinung der vielen interessierten Marktteilnehmer, die den VDB-Stand anlässlich der IPM besuchten. Einigkeit herrschte auch dahingehend, dass dieser Schulterschluss zwischen den traditionellen Blumengroßmärkten und dem inhabergeführten Blumeneinzelhandel ein wichtiger Markstein ist. Denn nun können erstmals überregional die Blumenfachgeschäfte, Gartencenter, Endverkaufs- und Friedhofsgärtnereien sowie die Wochenmarkthändler mit dem sichtbar werben, was ihnen und ihren Kunden wichtig ist – mit marktnah erzeugten Blumen und Pflanzen des regionalen Gartenbaus.

 
 
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